News von Norderney

Wirtschaft

22.09.2010
Kutter Norddeich
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Streik der Krabbenfischer

kutter vor norderneyFür Norderney und Ostfriesland sind die Krabbenkutter wie die Milchkühe in den Alpen – ohne sie würde der Region etwas fehlen. Entsprechend wichtig ist die Meldung: die Krabbenfischer protestieren, sie sind gestern nicht ausgelaufen. Der Grund für diese Maßnahme ist ein existentieller, der Abnahmepreis für die Krabben lohnt den Fang nicht mehr. Im Großhandel kostet ein Kilo (maschinengeschält in Deutschland) momentan zwischen 17,90 und 21,- € netto, im Einzelhandel zwischen 30,- und 40,- €. In den Supermarktregalen tobt der Preiskampf, jeder will der Billigste sein. Die ca. 250 Fischer an der Nordseeküste haben beim Wettbewerb der Händler das Nachsehen, sie bekommen von den marktbeherrschenden Großhändlern nur noch ca. 2,25 € pro Kilo Krabben (ungepult). Der Preis müsste bei 3,- € liegen, erst dann lohnt sich das Auslaufen – diesen Standpunkt vertreten die Fischer. Sie haben ihren zunächst auf Montag befristeten Streik ausgeweitet – die holländischen Kollegen haben sich angeschlossen. Da die Kühlhäuser der Großhändler randvoll sind, ist von einer Erhöhung des Krabbenpreise kurzfristig nicht auszugehen.

KrabbenschaelmaschineDie Krabben werden meist maschinengeschält verkauft, das zu recht kritisierte Ausfliegen nach Marokko ist nicht mehr die übliche Art des Schälens. Mittlerweile gibt es Krabbenschälmaschinen. Die Maschinen arbeiten mit Druckluft, zunächst werden die Krabben durch Vakuum fixiert, dann wird das Krabbenfleisch ausgeblasen und anschließend per Hand nachverlesen. Nur bei Einsatz der Krabbenschälmaschine kann man auf lange Transportwege verzichten und der echte, leicht nussige Geschmack der frischen Ware bleibt erhalten – Krabben die nach Fisch riechen sind für den Verzehr nicht mehr geeignet -.

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