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Politik, Wirtschaft

22.01.2020
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Neue Hochseeschlepper bestellt

Neue Hochseeschlepper für Nord- und Ostsee bestellt. Der Bund hat zwei neue Hochseeschlepper bestellt. Die Schiffe sollen 2023 und 2024 in Dienst gestellt werden und die beiden Mehrzweckschiffe Neuwerk und Arkona ergänzen.

Die Arkona patrouilliert in der Ostsee und die Neuwerk in der Nordsee. Beide Schiffe haben als Mehrzweckschiffe (MZS) nicht nur die Aufgabe havarierte Schiffe an den Haken zu nehmen, sondern vor allem sich um die Seezeichen zu kümmern, bei Unfällen ausgetretene Schadstoffe aufzunehmen und zu entsorgen, hoheitliche Aufgaben der Schiffahrtspolizei zu unterstützen, Brandbekämpfung zu unterstützen und bei Eisgang (bis 50cm) das Fahrwasser frei zu halten.

Vergleich 

Die neuen Schlepper werden mit 95 m wesentlich größer sein, als die vorhandenen Mehrzweckschiffe (70 m). Die Besatzungsstärke von 16 Personen bleibt gleich, allerdings kann mehr zusätzliches Personal aufgenommen werden (34 statt 16).

Ersatz für Mellum und Scharhörn

MZS Mellum

MZS Mellum Baujahr 1984

Die Mellum wurde im Dezember 1983 vom Stapel gelassen. Die Länge über Alles beträgt 79 m, die Breite 15 m. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 16 Knoten. Die Besatzungsstärke ist 16 Mann. Das Schiff ist als Mehrzweckschiff klassifiziert und wird hauptsächlich als Tonnenleger und zur Schadstoffunfallbekämpfung etc. eingesetzt.

MZS Scharhörn

MZS Scharhörn

Die Scharhörn wurde im Februar 1974 vom Stapel gelassen. Die Länge über Alles beträgt 51 m, die Breite 14 m. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 14 Knoten. Die Besatzungsstärke 13 Mann. Die Scharhörn ist als Mehrzweck- und Schadstoffunfall-Bekämpfungsschiff klassifiziert.

Die beiden neuen Hochseeschlepper sollen die Mehrzweckschiffe Scharhörn (Baujahr 1974) und Mellum (Baujahr 1984) ersetzen. Beide Schiffe sind deutlich in die Jahre gekommen.

Gesamtinvestitionen

Wie der Bundesverkehrsminister mitteilte sind Gesamtinvestitionen von zunächst 400 Millionen geplant. Neben den beiden in Auftrag gegebenen Notfallschleppern sind zwei weitere Schiffsneubauten geplant. Die 2 neuen Notfallschlepper und 2 neuen Mehrzweckschiffe sind mit jeweils ca. 200 Millionen Euro veranschlagt. Eine Konsequenz der Havarie der Gloria Amsterdam ist, daß alle Neubauten große Hubschrauberlandeplätze erhalten, damit der Einsatz der Hubschrauber auch bei schlechtem Wetter gewährleistet werden kann. Alle Neubauten erhalten zudem einen umweltfreundlichen Flüssiggasantrieb.

Scheuer begründet die hohen Investitionen mit der Bedeutung der Schiffartsstraße für den Export:“Deutschland ist eine Exportnation und auf seine Wasserstraßen angewiesen. Deshalb ist es wichtig, bei Störungen schnell und entschieden zu handeln.“

Für die Inseln und die Küste ist die ökologische Unversehrtheit und somit der Erhalt der touristischen Attraktivität ein nicht zu verachtender Nebeneffekt.