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Wirtschaft

01.04.2014
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Frisia – neues Tarifmodell

Frisia Tarifmodell

Norden / Norderney – Ryan Air hat es vorgemacht und ist damit nun auf dem Weg, eine fast normale, freundliche kundenorientierte Airline zu werden. Die Frisia Norden AG folgt dem Billigflieger (leider) in anderer Hinsicht und führt ein neues Tarifmodell ein, das den Gewinn im Passagierbereich deutlich verbessern soll. An der Kundenorientierung a lá Ryan Air wird täglich gearbeitet, erste Erfolge werden für die laufenden Saison erwartet.

Die Einführung des neuen Tarifmodells war für den ersten April terminiert, wurde aber nach einer Intervention der Gewerkschaft erstmal verschoben.

Sitzplatzreservierung und Preise

sitzplätze frisia

Die Fahrkarten werden zukünftig mit festen Sitzplätzen verkauft. Die Tarife bleiben für das Unterdeck gleich, auf dem Oberdeck sind bis zu 30% Aufschlag für die Fensterplätze zu bezahlen. Geschäftsführer Stegmann ließ verlautbaren, daß sich die Frisia freut, trotz erhöhten Preisdrucks und Steigerung der Personalkosten das Preisniveau einer normalen Personenfahrkarte (Unterdeck) beibehalten zu können.

Gewerkschaft – Streikandrohung

Kritik an der neuen Tarifordnung kommt von der Gewerkschaft Nahrung, Gaststätten und Genußmittel (NGG). J. Harms, ebenfalls am Hafen tätig und Sprecher von VERDI merkte an, daß sich die Bediensteten des Caterers dies nicht gefallen lassen werden, bereits die Preiserhöhung des Pott Kaffees von 2,90 auf 3,- Euro hat zu erheblichen Einkommenseinbußen wg. Wegfall des Trinkgeldes geführt. Die Bediensteten der Schiffsgastronomie würden es nicht zulassen, daß durch die Sitzplatzvergabe beim Kartenkauf der fest reservierte Personaltisch auf dem Oberdeck wegfällt. Die Einkommenseinbußen könne man ja noch akzeptieren, aber die Verschlechterung der Arbeitsbedingungen stellten einen indiskutablen Affront dar.

personaltisch

Der Prokurist der Frisia und Bruder des Gewerkschaftsführers J. Harms, R. Harms, steckt nun in einem Dilemma.

Die Reederei könne eventuell auf die Sitzplatzreservierungen verzichten, allerdings würde man dann für die Toilettenbenutzung auf der Fähre, ähnlich wie in der reedereieigenen Wartehalle in Norddeich, Geld nehmen um die erwarteten und nötigen Gewinnmargen zu kompensieren – so der salomonische Vorschlag von R. Harms.

Man darf gespannt sein….