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Norderney Inside

03.09.2020
Die Milloy II liegt am Strand der Weißen Düne fest.
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Viel Hilfe für havarierten Segler

Viel Hilfe für den havarierten Segler John Garve gab es auf Norderney. Und so ist sein Unglück doch noch einigermaßen gut ausgegangen.

Viel hilfe für den havarierten Segler John Garve

John Garve – hier im Norderneyer Sportboothafen – hat auf der Insel viel Hilfe bekommen.

John ist erkennbar erschöpft, als er in den Norderneyer Sportboothafen kommt, um noch Sachen zu organisieren. Die fünf Tage, die der Segler jetzt schon auf Norderney festsitzt, sind sichtlich belastend.

Viel Hilfe für havarierten Segler

Doch auf der anderen Seite ist der freundliche 29-Jährige dankbar und glücklich. Denn es gab viel Hilfe für den havarierten Segler.

Denn seit seiner Havarie mit dem Segelboot „Miloy II“ in der Nacht zu Montag hat er vielfach Hilfe und Unterstützung bekommen. Heute hing sein Boot immer noch auf dem Strand in der Nähe der Weißen Düne fest. Doch auch da ist eine Lösung in Sicht.

Insulaner haben ihm Hilfe zugesichert und wollen morgen das Boot auf einen Trailer verladen und in den Hafen bringen.

Was in der Nacht zu Montag dramatisch auf der bewegten See vor Norderney begann, endet für John damit so glimpflich wie möglich.

Von Cuxhaven gestartet

Von Cuxhaven war John gestartet, und er hatte einen Mitsegler an Bord. Der 20-jährige Franzose suchte einen Transport und John eine zweite Hand. Über Helgoland sollte es weiter nach Den Haag gehen. Das Wetter war perfekt zum Segeln.

Mitsegler hat Angst

Doch etwa auf der Höhe von Langeoog kippte es. Ein kleiner erster Sturm kam auf und der Mitsegler bekam Angst. Er ging erst einmal hinunter und versuchte, sich zu beruhigen, während John das Boot allein manövrieren musste.

Die See wurde rauer und der Wind nahm zu. John navigierte und informierte sich über die Tide und Untiefen vor den Inseln. Der erfahrene Segler erzählt, dass er normalerweise nicht so nah an die Inseln herangefahren, sondern in so einer Situation auf See geblieben wäre.

Franzose geht über Bord

Doch jetzt kam er immer näher an den Strand und in die Untiefen hinein. Und die Panik bei seinem Mitsegler nahm zu. Auf Höhe von Norderney kippte eine Welle das Boot und der junge Franzose ging über Bord.

DGzRS und Feuerwehr

John alarmierte die Seenotretter, und die Segler konnten sich an Land retten. Die Besatzung der Norderneyer Station der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) rief die Norderneyer Feuerwehr zuhilfe. Als der Seenotrettungskreuzer Eugen vor Ort eintraf, konnte er sich dem Havaristen lediglich bis auf etwa 480 Meter nähern. Das Boot lag bereits hoch und trocken auf dem Strand, heißt es im Bericht der DGzRS. Mit dem leistungsstarken Suchscheinwerfer konnte die Besatzung der Eugen die Feuerwehr zum Einsatzort führen.

Die beiden Segler blieben über Nacht im Norderneyer Krankenhaus – unverletzt aber geschafft. Am nächsten Tag holten sie ihre persönlichen Sache. Am Tag zuvor hatte John nur sein I-Phone retten können – mit den Händen über Wasser trug er es trocken an Land.

Ruder gebrochen

Nun lag die Miloy II an Land und es war klar, dass man sie nicht mehr ins Wasser bringen konnte, zumal das Ruder gebrochen ist und sie einige Schäden am Kiel davontrug. Der Mitsegler hatte offenbar Angst, dass Kosten auf ihn zukommen. Auf jeden Fall hat er, ohne sich von John zu verabschieden, am Tag nach der Havarie die Insel verlassen.

John konnte bei der Segelschule unterkommen und sich in den vergangenen Tagen um das weitere Vorgehen kümmern.

Auf den Virgin Islands zuhause

Eigentlich wollte John, der auf den Virgin Islands in der Karibik beheimatet ist, nach Spanien weitersegeln. Dort hat der Fachmann für Schiffe (Marine Engineer) für einige Monate einen Job. Von dort, so war der Plan, sollte es über den Atlantik nach Hause gehen.

viel Hilfe für den havarierten Segler John Garve

Doch jetzt muss er neu planen. Die „Miloy II“ kann wahrscheinlich in einer Halle untergebracht und dort repariert werden kann.

Rückkehr nach Norderney

Im Spätherbst oder, wenn es die Witterung nicht zulässt, erst im Frühjahr will John wieder nach Norderney kommen. Hier will er dann sein Boot weiter fit machen.

Doch nun geht es erst einmal über Land nach Barcelona. Wenn dort der Job beendet ist, kehrt John zu seinem Boot zurück. Und sobald es geht, will er sich auf eigenem Kiel auf den Weg in Richtung Süden machen.

Dank für die Hilfe

Sehr gerührt ist John Garve von der vielfältigen Hilfe, die er auf der Insel bekommen hat. Er möchte sich vor allem bedanken bei: Lutz Brandt und Gerd Neunaber, bei Thorsten Rademacher und Verena Leidig, bei der Feuerwehr Norderney, bei Gerd „Taucher“ Schwips und der Crew des Rettungskreuzers „Eugen“, bei Sid Behrend von der Segelschule, den Jungs der Firmen Matthaei und Jakob Onnen, beim Café am Meer, der Schlosserei Boer und bei Moni und Mohammed.

Beitragsbild: Noun