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Norderney Inside, Tourismus

26.09.2012
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Norderney – Stolpersteine

Norderney Stolpersteine

Norderney – Auf der letzten Sitzung des Ausschusses für Soziales, Schulen und Kultur wurde über den Sachstand des Projektes Stolpersteine berichtet.

Norderneyer Schüler eines Wahlpflichtkurses Geschichte- Soziales und Weltkunde beschäftigen sich mit der jüdischen Vergangenheit der Insel und werden im Zuge dessen Stolpersteine vor  einigen ehemaligen Wohnorten der Insulaner jüdischen Glaubens anbringen.

Insgesamt hat es neben den vielen jüdischen Besuchern (Norderney hatte eine eigene Synagoge!) ungefähr 33 Insulaner jüdischen Glaubens vor dem Krieg gegeben. Fast alle wurden verschleppt, ermordet, umgebracht oder gingen in die Emigration. 

Norderney war für seine koscheren Einrichtungen und Liberalität als „Judenbad“ bekannt, im Zuge des Nationalsozialismuses schlug dies ins Gegenteil um. Die Insulaner machten sich Sorgen um ihre Wettbewerbsfähigkeit und initiierten die Kampagne „Norderney – judenfrei“, alles was auch nur judenfreundlich erschien wurde dem neuen Regime angepasst. So ging es auch der Josephstraße. 

Norderney Josephstraße

Straßennamen spiegeln immer die Zeit wider in der sie entstanden sind. Die Integration und den Einfluß der jüdischen Mitbürger kann man am Beispiel der Josephstraße recht gut erkennen.

Der jüdische Kaufmann Joseph Koppel kaufte im Bereich der Maibach-, Frisia- und Ellernstraße ein größeres Grundstück und baute darauf kleinere Einfamilienhäuser. Diese Häuser wurden zu günstigen Bedingungen jungen Norderneyer Familien zum Kauf bzw. zur Miete angeboten. Die damalige Böttcherstraße wurde in Annerkennung dieser sozialen Leistung in Josephstraße umbenannt. 

inselprospekt 1941

Während der Nazizeit gab es einige Umbenennungen auf Norderney, der Kurplatz wurde zum Adolf Hitler Platz und die Josephstraße zur Frisiastraße. Während der Kurplatz nach dem Krieg seinen alten Namen wiederbekam, blieb die Frisiastraße Frisiastraße, bis heute. Vielleicht sind die Stolpersteine und die geplante Umgestaltung des Onnen Visser Platzes ein willkommener Anlass, über eine Rückbenennung nachzudenken.