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Wirtschaft

11.03.2020
Spiekeroog Strand
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Spiekerooger Hoteliers und Gastronomen

Rund 20 Spiekerooger Hoteliers und Gastronomen haben in dieser Woche die westliche Insel Norderney besucht. Die Mitglieder des Spiekerooger Dehoga-Inselverbands wollten vor der langen Saison noch einmal durchatmen. Und sie haben den dreitägigen Betriebsausflug genutzt, um sich zu informieren.

Kontrastreiche Destinationen

Dort 780 Insulaner und 3700 Betten. Hier 6000 Einwohner und 25.000 Betten. Dort Ruhe und viele Bäume. Hier Trubel und Geschäfte. Spiekeroog und Norderney sind zwei sehr unterschiedliche Schwestern. Kontrastreicher können Destinationen kaum sein. Aber sie haben auch viele Gemeinsamkeiten: lange Sandstrände, wunderschöne Dünen, weiter Himmel.

Wohnraum und Fachkräftemangel

Beide Inseln leben wie alle ostfriesischen Inseln vom Tourismus. Sie haben die gleichen Probleme beim fehlenden Wohnraum und beim Fachkräftemangel. Und sie können voneinander lernen. Bei den jährlichen Dehoga-Bezirksversammlungen und bei gegenseitigen Besuchen tauschen sich die Touristiker aus.

Auf der Dachterrasse des „New Wave“ entstand das Gruppenfoto der Spiekerooger.

„Man kann von den Kollegen lernen. Wir sind keine Konkurrenten“, erklärt der erste Vorsitzende des Inselverbands, Georg Germis. Daher haben sie sich die Hotellerie und Gastronomie angesehen und sich mit Margret Grünfeld, Vertriebschefin des Staatsbads Norderney, zum Austausch getroffen.

Grünfeld informierte über die aktuellen Entwicklungen auf Norderney. Und sie sprach über die gastronomischen Betriebe, die vom Staatsbad verpachtet sind. In dem Bereich habe Norderney nichts verkehrt gemacht, sagt Germis.

Vor etwa 25 Jahren war der Spiekerooger Verband als Gruppe das letzte Mal auf Norderney, erinnert sich Marianne Germis, die mit ihrem Mann das Hotel „Inselfriede“ auf Spiekeroog betreibt. Seitdem hat sich viel geändert.

Überwiegend Familienbetriebe

Große Hotels und mehrstöckige Häuser wie auf Norderney gibt es auf Spiekeroog nicht. Die Hotellerie ist geprägt von kleineren Familienbetrieben. Inzwischen hat sich die Insel von dem Reeder Niels Stolberg erholt, erzählt Marianne Germis.

Spiekeroog idyllisch und familiär

Spiekeroog ruhig und familiär

Der Investor hatte vor rund zehn Jahren etwa zehn Prozent des Betten-Angebots auf Spiekeroog in seiner Hand – bis die Blase platzte.

Blick aufs Meer

Auf Empfehlung von Hans Vollmer, Norderneyer Dehoga-Inselverband-Vorsitzender, haben die Spiekerooger das noch relativ neue „New Wave“ als Station gewählt. An einem Abend essen sie im Hotel-Restaurant „Octopussy“. Am nächsten Abend steht ein Essen in der „Weißen Düne“ auf dem Programm.

new wave

Hotel New Wave auf Norderney

Auf der Rooftopbar „Skyfall“ des Hotels „New Wave“ entsteht das Gruppenfoto. Und die Spiekerooger sind begeistert vom Blick auf die Nordsee.

Auch beim Spaziergang über die Inselpromenade Norderneys  fällt den Spiekeroogern die Strandgastronomie ins Auge. Milchbar, Marienhöhe, de Vries, Surfcafé und die vielen anderen Locations haben eins gemeinsam: Der Meerblick ist grandios. „So etwas gibt es bei uns nicht. Das wollen wir weiterentwickeln“, sagt Christiane Andreesen-Ahsendorf, die auf Spiekeroog das „Strandidyll“ betreibt.

Ideen zur Strandhalle

Gastronomie mit Meerblick fehlt auf ihrer Insel. Denn zwischen Meer und Bebauung ist die Dünenkette. „Bei uns ist es nicht so betoniert, wir haben Sand“, sagt Andreesen-Ahsendorf.

Strandhalle Spiekeroog

Strandhalle auf Spiekeroog

Derzeit sei die Nordseebad Spiekeroog GmbH, eine 100-prozentige Tochter der Gemeinde, dabei, Ideen rund um die Strandhalle zu entwickeln. Dort könnte Gastronomie mit Meerblick entstehen. Anregungen dazu haben die Spiekerooger vom Norderney-Besuch mitgenommen. „Aber wir wollen nichts kopieren“, betonen die Dehoga-Mitglieder.

Heute nix erlebt? Auch schön.

Die Spiekerooger wollen die Atmosphäre ihrer Insel beibehalten und „angemessen modernisieren“. Noch gibt es auf der Insel Ruhezeiten: „Ab dem 10. Januar fallen alle in einen kollektiven Winterschlaf“, so Andreesen-Ahsendorf.

Spiekeroog idyllischer Ortskern

Bis Karneval ist es noch ruhiger als sonst auf der Insel. Manche Gäste, die früher Urlaub auf Norderney machten, kommen nach Spiekeroog und suchen dort Entspannung. Auf Spiekeroog gibt es keine Erlebnisgastronomie, sondern Ruhe und Natur. Und so werben die Insulaner auch: „Heute nix erlebt? Auch schön.“