von Norderney

16.04.2017
Schlauer Fuchs auf Norderney
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Schlauer Fuchs

Schlauer Fuchs Norderney – Dass Füchse schlau sind wußte man ja bereits aus diversen Märchen, Fabeln und Volksweisheiten Wie schlau sie wirklich sind ist dennoch verblüffend………

Emigration auf die Insel

Die erste intelligente Tat des sogenannten „Osterfuchs“ war es, vom Festland auf die Insel zu emigrieren. Ein wenig riskant ist der Weg aber machbar – andere (Damwild) hatten es schon vor ihm geschafft.

Damwild im Watt

Damwild im Watt

Der Weg führte den Fuchs vom Festland bei Ebbe über das Watt. Er musste ein günstiges Tidefenster abpassen und schnell sein, denn bummeln oder sich verlaufen hätte den sicheren Ertrinkungstod bedeutet.

Situation auf dem Festland

Weshalb war die Emigration notwendig? Auf dem Festland war nach dem langen Winter die Nahrung nicht mehr ausreichend gesichert. Gefahren durch die Landwirtschaft (Großgeräte) lauerten überall, der Autoverkehr ist so stark, daß die Existenz ständig bedroht wurde. Erst letzte Woche wurde ein Wolf im südlichen Niedersachsen von einem Auto erfasst und mitgeschleift, der arme entfernte Verwandte wurde erst nach Stunden durch einen Tierarzt von seinem Leiden erlöst.

Schlauer Fuchs Ankunft auf Norderney

Der schlaue Fuchs ist wahrscheinlich vor 2-3 Wochen heimlich im Osten der Insel angekommen. Der Weg über’s Watt verlief anscheinend problemlos, allerdings mußte er sich erst einmal ein wenig erholen – die nassen 5 Kilometer zehren doch ganz schön an den Kräften.

Damwild – ist schon da

Lebenssituation auf der Insel

Ringelgänse

Südstrandpolder – Gänse ohne Ende

Die Lage in der neuen Heimat stellte sich für den schlauen Fuchs paradiesisch dar – keine Autos, keine Landwirtschaft, keine natürlichen Feinde (ausser Mensch) und Nahrung in Hülle und Fülle. Abertausende brütende Vögel, die zudem freundlicherweise ihre Nester direkt auf dem Boden bereithalten!

Gefahren auf Norderney

Die einzigen natürlichen Feinde des Fuchs‘ auf der Insel sind die Menschen.  Nun folgt das Meisterstück: Man muss die Menschen dazu bringen, dass sie sich untereinander streiten, dann bleibt man selbst ungeschoren!

Gesagt, getan der Fuchs hat sich mehreren Menschen im Inselosten gezeigt. Daraus folgt eine Erwähnung und ein kleiner Aufruhr in der Presse. Die Erzfeinde (Jäger!) melden sich zu Wort: „Man müsste ihn bejagen, da er eine Gefahr für die Tiere (Krankheitsüberträger, Bodenbrüter) darstellt!“ Die Freunde (Naturschützer) kontern sofort:“Natürlich stellt der Fuchs eine Gefahr dar, allerdings darf er im Frühjahr nicht bejagt werden, dies ist nur mit einer ausdrücklichen Genehmigung gestattet und die liegt nicht vor!“

die Jäger warten schon

Strafanzeige gegen die Jägerschaft

Eigentlich hatte dies wahrscheinlich für einen geduldeten und zeitlich befristeten Aufenthalt bis zum Ende der Schonzeit gereicht. Der schlaue Fuchs hat aber Freunde, die sich für ihn einsetzten, seinen Aufenthalt weiter absichern und die drohende Gefahr des Abschusses zunächst sicher abwenden wollen. Die Naturschützer haben deshalb zusätzlich die Staatsanwaltschaft bemüht und eine Strafanzeige gegen die Norderneyer Jäger (Hegering) gestellt.

Leben in der Emigration

Aufenthalt erst einmal gesichert! Natürlich ist es für den Fuchs nicht so schön wie in den weitläufigen Wäldern auf dem Festland Auf der Insel ist alles irgendwie kahl und kühl, die Vegetation auch eher spärlich. Die Hauptsache aber ist, dass man rechtlich abgesichert ist, nicht mehr um Leib und Leben fürchten muß und es ordentlich was zu essen gibt.  Jetzt vielleicht noch die passende Frau nachkommen lassen, vielleicht noch eine Familie…