von Norderney

28.07.2011
3,0 bei 1 Bewertung

Restaurant am Mittwoch | Scheerer

Die Adresse ist eine Traditionsadresse, in der Bismarckstraße 11 gab es schon Lokale, als sie noch nicht Bismarckstraße hieß. Danach wechselten sich verschiedene Konzepte ab, manche blieben wohl in nicht so guter Erinnerung – von  Passanten ist zu hören:“Ach guck mal, hier ist der Italiener wo wir so schlecht gegessen haben!“  Mit einem „Hier sind wir“ und auffälliger (professioneller) Werbung hat in der Bismarckstraße vor ca. zwei Jahren das Restaurant Scheerer aufgemacht. Die Betreiber kommen vom Festland, geben sich  in der Karte einen ordentlichen Touch Lokalkolorit mit einem kleinem Deutsch-Plattdeutsch Lexikon.

Das Lokal sticht durch die hervorragende Werbung, nette Inneneinrichtung und einen großzügigen Kinderbereich hervor. Die Karte ist klein, bietet vor allem zeitgemäße Selbstläufer, eine bestimmte Ausrichtung ist nicht zu erkennen. Ein bißchen italienisch, ein bißchen Küste,  das Angebot an Steaks ist größer als auf den meisten anderen Karten. Das Preisgefüge bewegt sich im oberen Mittel Norderneys. Es gibt eine Mittagskarte mit mittäglich angemessenen Preisen.

Wir wählen den Salat mit Hühnerbrust und ein Fischfilet in Bierteig gebacken mit Bratkartoffeln. Die Mittagsgerichte haben einen Tick zu lang gedauert, allerdings sind die meisten Gäste in diesem Lokal ja im Urlaub und da sollte es auf 5 Minuten mehr oder weniger nicht ankommen. Der Salat wurde mit dem Ruccola-Hausdressing serviert – ein echtes Erlebnis – lecker. Leider wurde zum Salat kein Brot gereicht. Salz und Pfeffer fehlten auch. Der Fisch war gut, d.h. innen noch saftig, außen knusprig. Da es sich sowohl beim Fisch als auch bei den Bratkartoffeln um im Fett Gebackenes/Gebratenes handelt, sieht der Teller ohne etwas Grünes/Frisches nicht so toll aus. Die Tellergröße schien auch etwas zu klein für das Essen, üblich ist zumindest ein Unterteller. Das Anrichten ändert nichts am Essen,  macht aber den Eindruck, dass  der Inhaber – Küchenchef – Serviceleiter branchenfremd ist (was kein Nachteil sein muß).  Gerade beim Service sind „unprofessionell“ wirkende Kräfte oft die freundlichsten, so war es auch in diesem Fall.

Weblink zum Lokal

„Sehr geehrter Herr Vollmer,
vielen Dank das Sie unser Restaurant in Ihrem Blog nach Ihrem gestrigen Besuch auf der Terasse erwähnen.Ich freue mich über Ihre durchweg positive Kritik und möchte ein – zwei Anmerkungen dazu machen. Unsere Ausrichtung ist wie in unserer Werbung zu erkennen, Fisch und Fleisch vom Lavagrill. Dazu noch einige kleinigkeiten, Vorspeisen oder Suppen. Es lies sich nicht vermeiden auch ein Pastagericht auf die Karte zu setzen, jedoch beschreibe ich das eher als mediteran damit wir das Image des ehemaligen Italieners loswerden. Die Präsentation der Speisen am Abend ist eine ganz andere. Große bunte Teller mit einer passenden Dekoration. Dazu eine Scheerer´s aktuell Karte regelmäßig wechselnd. Ihre Kritik zum fehlenden Brot ist absolut korrekt. Dafür möchte ich mich bei ihnen entschuldigen. Menagen sollte die Bedienung zum Essen natürlich auch mitbrigen. Wir stellen nur keine mehr automatisch raus, die verschwinden komischerweise immer. Die beiden Servicekräfte sind zwar gelernt, haben aber gerade erst ihre Ausbildung hinter sich, es freut mich um so mehr das sie mit ihrer Freundlichkeit überzeugen konnten. Ich habe Ihnen „just for fun“ mal meine Vita in der Anlage dazu gelegt, meine Frau ist übrigend Konditormeisterin. Vieleicht kommen Sie uns ja nochmals besuchen. Dann am Abend , dann können wir uns auch persönlich kennen lernen. Übrigends Dieter Meier ist mir schon sehr ähnlich, aber er ist auch 11 Jahre älter. Obwohl er in Zürich lebt sind wir uns während meiner Zürcher Zeit nie begegnet, wäre bestimmt lustig geworden.“