News von Norderney

Wirtschaft

05.03.2020
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Real schließt für immer

Real schließt – Real wird verkauft und noch bevor der Kauf vollzogen wird, werden sieben Filialen für immer schließen.  Betroffen im Norden ist der Markt in Papenburg. „Einmal hin. Alles drin“ – dieses Konzept ist anscheinend nicht gut gelungen.

Der künftige Betreiber hat zudem erklärt, ca. 30 weitere Filialen mangels Zukunftsperspektive schließen zu wollen. 270 Märkte sollen an Mitbewerber wie Kaufland, Edeka, oder Globus verkauft werden. Lediglich 50 Filialen sollen noch zwei Jahre lang unter dem Namen Real weitergeführt werden. Im Norden betreibt Real Märkte in der Stadt Norden, Emden und Oldenburg.

Für den Insulaner hat sich durch das Internet und die damit möglichen online-Einkäufe bei Ebay oder Amazon die Versorgungslage deutlich gebessert. Auch die auf günstige Preise fokussierten Discountmärkte wie Penny und Netto tragen dazu bei, ein ähnliches Einkaufsgefühl wie auf dem Festland und bei Real zu vermitteln.

Konsum, Kaisers Kaffee

kaisers norderney

Kaisers Norderney

Bis weit in die 80er Jahre war dies noch ganz anders. In der Strandstraße gab es ein Kaisers Kaffee Geschäft und ansonsten nur COOP (Konsum). Beide Geschäfte verstanden sich mehr als Inselversorger.

COOP (Konsum) Nordhelmsiedlung

Die Preise waren grundsätzlich höher als auf dem Festland und im Winter wurden die Tomaten einzeln verkauft. Die Zubereitung damals noch als raffiniert geltender Speisen wie Tiramisu war nicht möglich –  Mascarpone gab es nur auf dem Festland.

Aldi Norden

Hamsterfahrten gehörten daher bis in die 80er zum Alltag. Mit dem Bollerwagen, Fahrrad mit Anhänger oder Auto nach Norden (Emden) und die neuesten Aldi-Angebote besorgen, auf dem Rückweg noch ein wenig Obst und Gemüse kaufen war trotz der Fährkosten billiger als der Einkauf bei den Inselversorgern. Man tat sich gerne zusammen und so wurde ein gesellschaftliches Ereignis daraus.

Plus Norderney

Und dann kam Plus. Auf dem Hinterhof der Tankstelle standen eigentlich nur alte Fahrzeuge und Schiffe auf Trailern. Das Areal wurde aufgeräumt und es entstand ein großer Discounter.

Norderney Penny neu

Penny ex Plus

Weder Plus noch die Insulaner konnten sich vorstellen was dann passierte. Schlangen wie in der DDR, die Anlieferung mit riesigen LKW kam kaum nach. Der Norderneyer Plus Markt war zusammen mit einem Markt an der schweizerischen Grenze der umsatzstärkste der Republik.

Viele Gewebetreibende kauften dort sogar Langnese Eis und Coca-Cola für den Wiederverkauf ein – die Großhändler waren wesentlich teurer. Auch die Mitarbeiter des Coop-Geschäfts wurden dort beim Einkaufen gesichtet, gerüchteweise hieß es, dass das für mächtig Ärger sorgte und Abmahnungen nach sich zog.

Auswahl durch Konkurrenz 

So viel Umsatz weckt Begehrlichkeiten und daher kam ein weiterer Discountmarkt hinzu. Durch das Eingreifen der Wettbewerbsbehörde mussten Teile an andere Anbieter verkauft werden und so teilen heute die

Netto Strandstraße

Anbieter Netto und Penny die Insel unter sich auf. Für die Insulaner hat sich die Lage durch die Konkurrenz verbessert, denn auch die weiter bestehenden Einzelhändler wie z.B. Edeka führen heute ein gutes Sortiment zu Festlandspreisen.

Real schließt – Perspektive in Norden?

Real schließt viele seiner Märkte in Deutschland – und dennoch: Das Gras auf der anderen Seite ist immer grüner. Und deshalb wurden und werden die Festlandsprospekte weiter aufmerksam studiert und der Real-Markt in Norden war und ist immer ein beliebtes Ausflugsziel für die weiter stattfindenden Einkaufsausflüge mit Fahrrad und Anhänger.

Man fährt weiter gerne in Gruppen und hat noch Einkaufsaufträge anderer Insulaner im Gepäck.

Real schließt – Markt Norden

Mit der eventuell möglichen Schließung des Real-Marktes in Norden wird den Insulanern eine attraktive Station auf der Einkaufsliste in Zukunft fehlen. Viele Märkte der Realgruppe werden unter anderem Namen weitergeführt – Kaufland oder Edeka wären hier die Alternative.

Verzichten wird deshalb aber natürlich keiner auf die Hamsterfahrten, denn viele andere Läden wie Baumärkte, Fachmärkte für Tiernahrung oder Geschäfte für skandinavische Einrichtung und vor allem ein schottischer Imbiss zum Abschluss machen den Ausflug aufs Festland weiter zu einem erlebnisreichen Event.