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Politik

30.10.2014
Mülltrennung
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Mülltrennung – Gelber Quatsch

Mülltrennung – Quatsch

Norderney – Die Mülltrennung in einen Feriengebiet ist schwierig, wenn nicht sogar undurchführbar. Der neueste Geniestreich des Landkreises sieht statt 14tägiger Abfuhr von gelben Müllsäcken die vierwöchige Abfuhr von 240l Tonnen vor. Juist und Baltrum brauchen da nicht mitmachen, dort kann man weiterhin Säcke vor die Tür stellen (14tägig?).

Müllsäcke

Tonne und Säcke

Die Säcke waren definitiv ein Problem, nun wird aber nicht an der Ursachen etwas geändert, sondern es gibt sozusagen kosmetische Änderungen. Das Problem besteht darin, daß fast niemand sortenrein trennt. In den Säcken ist immer auch Biomüll, die Möwen freuen sich bereits auf den Mülltag und zerstören die Säcke auf der Suche nach Nahrung, der Wind tut ein Übriges. An einem „Gelben Sack Tag“ sieht die Insel entsprechend aus – überall findet man „Gelbe Sack Reste“.

Gelbe Tonne – Grund

Durch die Abschaffung der Säcke soll es für die Möwen schwieriger werden – dies ist aber nur ein Nebeneffekt, der als positive Neuerung verkauft wird. Grund für die Einführung der Tonnen ist ein arbeitstechnischer.

Müllwagen Norderney

Die Abfuhr auf dem Festland geschieht durch halbautomatische Müllwagen – zukünftig wird nur noch ein Fahrer benötigt, der zusätzliche Müllwerker, der die Säcke manuell in den Müllwagen wirft, wird eingespart. Auf Norderney können diese Müllwagen allerdings nicht eingesetzt werden, die Straßen sind einfach zu eng, hier gibt es daher keine Personaleinsparungen.

Mülltrennung – Gebühren

Der Abholintervall bei dem Gelben Müll wird nun halbiert, bzw. die Gebühren erhöht, es muss entsprechender Stauraum für die 120 bzw 240l Tonne bereitgestellt werden und die bisherige Abstellsituation auf eigene Kosten komplett erneuert werden (die bisherigen Verkleidungen, Container etc. fassen diese großen Tonnen nicht). Wer eine zweiwöchige Abholung wünscht kann diese beim landkreiseigenen Betrieb für die Müllentsorgung beauftragen, pro Abholung werden 2,80 € fällig.

Mülltrennung – Win Win

Für den Landkreis und den landkreiseigenen Betrieb entsteht eine „Win Win Situation“ – höhere Gebühreneinnahme und weniger Personalbedarf, besser geht es eigentlich nicht.

Mülltrennung – Feriengebiet

Das Problem der nicht durchgeführten Trennung wird vom Landkreis weiter ignoriert. Es ist Fakt, dass Urlauber oft überfordert (positiv gesehen) sind oder keine Lust haben (realistisch gesehen) ihren Müll zu trennen. Mülltrenneinschübe in der Küche, gut ausgeschilderte Trennregeln etc. etc. nützen alles nichts. Es wird definitiv nicht getrennt. Politik und Verwaltung machen vor der Realität die Augen zu und optimieren ledigliche ihre Arbeitsabläufe – dies auch noch als Besserung zu verkaufen ist schon ein wenig…….

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