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Politik

02.05.2014
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1. Mai: Mensch im Mittelpunkt

Tag der Arbeit

Norderney: der 1. Mai als „höchster Feiertag des Jahres“ – so die Einschätzung des Norderneyer DGB-Stadtverbandsvorsitzenden Jan Harms, wurde auch 2014 mit dem bewährten Programm auf dem Kurplatz begangen. Und wie in jedem Jahr wusste Jan Harms auch in diesem Jahr wieder eine Reihe von  Punkten aufzuzeigen, in denen Arbeitnehmer ungerechtfertigte Benachteiligungen erfahren. Dabei ließ er nichts aus: Über Bauarbeiter, die auf den vielen Baustellen der Insel Lohndumping ausgesetzt sind, auswärtige Arbeitnehmer, die einen Großteil ihres Einkommens für die Wohnraummiete aufbringen müssen bis hin zu Leiharbeitsfirmen, die Arbeitnehmerrechte auf unzumutbare Weise beschneiden. Ebenfalls ein Dorn im Auge: Saisonarbeitsverträge, die sich für die Betreffenden als „ora et labora“ darstellen: „Arbeite, und bete, dass ich dich wieder einstelle“ – so Harms.

harms

Altersarmut

Besonderen Beifall fanden die Ausführungen des Vorsitzenden zum Thema Altersarmut. Er forderte eine auskömmliche Rente für Norderneyer, so dass sie ihren Lebensabend auf der Insel verbringen können und nicht – wie es häufig der Fall ist – nach dem Ende der Erwerbstätigkeit gezwungen sind, aus finanziellen Gründen auf das Festland zu ziehen.

Insularer Gewerkschaftsbund

Letztlich stellt sich die Situation für Arbeitnehmer auf der Insel nicht ganz schlecht da, erkennbar an dem händeringenden Suchen nach Arbeitskräften der vielen Inselbetriebe. Dem Fachkräftemangel müsse, so Harms, dadurch begegnet werden, dass die Arbeitgeber entsprechend mehr zahlen. Harms stellte zudem noch einmal heraus, welche Vorteile für die Arbeitnehmer der Insel schon erkämpft worden seien – dies sei vielen Arbeitnehmern gar nicht bekannt. Er forderte deshalb alle bislang Unorganisierten auf, in die Gewerkschaft einzutreten und ihr so den Rücken zu stärken.