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Politik

06.11.2014
Baltrum fast pleite
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BALTRUM ist (so gut wie) PLEITE

Baltrum droht Zwangsverwaltung

Norderney / Baltrum – Der kleinsten bewohnten Ostfriesischen Insel mit ca. 600 Einwohnern stehen harte Zeiten bevor. Durch längere krankheitsbedingte Ausfälle des Kämmerers sind Unzulänglichkeiten in der Buchführung und Haushaltsführung und somit die über Jahre angehäuften Defizite der Gemeinde und Kurverwaltung offenbar geworden.

Am Ende des Jahres steht die kleine Insel vor einem Schuldenberg von 5,3 Millionen Euro.

Baltrum fast pleite

Maßnahmen Land und Kreis

In einer historischen Ratssitzung beschlossen die Baltrumer Maßnahmen, damit die vom Land Niedersachsen und Kreis Aurisch angedrohte Zwangsverwaltung abgewendet werden kann. Als Sofortmaßnahme, damit die kleine Inselgemeinde Handlungsfähig bleibt, wurden vom Landkreis eine Entschuldungshilfe von 108 000,- Euro und vom Land eine Bedarfszuweisung von 390 000,- Euro (ähnlich Juist) in Aussicht gestellt.

Maßnahmen Baltrum

Ausgabeseite

Die Maßnahmen auf Baltrum sind für die Insulaner sehr schmerzlich, am deutlichsten wird die verzweifelte Lage durch die Aufgabe des Kurbetriebes zum 31.3.2015. Alle Räumlichkeiten der Kurverwaltung sollen verpachtet werden, der Strand wird privatisiert (Verpachtung Strand und Badeaufsicht). Das inseleigene Hallenbad wird zukünftig nur noch in der Saison geöffnet sein und der freie Eintritt für die Kurkarteninhaber fällt ebenfalls weg (Kurkarte?).

Zuschüsse, die wegen der besonderen Situation von Baltrum gezahlt wurden fallen weg – somit aber auch viele liebgewonnene und wichtige infrastrukturelle Grundstandards, das Leben auf der Insel wird schwieriger.

Kinderspielhaus – nun mit Eintritt

Kindergarten – Gebühr wird erhöht

Apotheke – Bezuschussung fällt weg

Jugendclub – wird geschlossen

Bei der Inselverwaltung gibt es zudem eine Besetzungssperre, auf dem Prüfstein stehen zudem alle kommunalen Leistungen – diese solle weitgehend ausgelagert werden.

Einnahmeseite

Insgesamt kann man davon ausgehen, dass alle Einnahmemöglichkeiten der Kommune nun voll ausgeschöpft werden. Die Grundsteuer und die Gewerbesteuer werden erhöht.

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