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Norderney Inside, Wirtschaft

20.11.2019
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Norderney – Post am Hafen schließt

Norderney – Post am Hafen schließt / Die Postfiliale am Hafen (in den Räumen der Tankstelle Bodenstab) schließt zum 1.4.2020! Die Post sucht nun einen neuen Partner für eine Filiale auf Norderney.

Norderney – Post

post norderney

Die Post hat anscheinend Probleme einen langfristigen Partner zu finden, um die üblichen Dienstleistungen rund um den Paket-, Brief- und Zahlungsverkehr anzubieten. Nach ungefähr 1 1/2 Jahren wird es die kleine Postfiliale in der Tankstelle Bodenstab am Hafen nicht mehr geben. Nach der Filiale in der Winterstraße / Langestraße und dem Postshop im Lebensmitteldiscounter Edeka am Hafen ist dies nun schon der dritte Standort der Post innerhalb weniger Jahre auf Norderney. (Siehe Artikel Post schließt)

An der Einsatzfreude und Dienstleistungsbereitschaft der jeweiligen Postpartner kann es nicht gelegen haben. Das Problem scheint hausgemacht und ist auch nicht nur auf Norderney beschränkt. Im Internet häufen sich die Meldungen von Postpartnern die aufgeben, da der Verdienst einfach zu gering ist.

Postfiliale – Verdienst

Der Verdienst ist sehr gering“ klagen viele Postpartner. Grundsätzlich werden Verträge ausgehandelt, die eine Grundvergütung und eine Provision für jeden Vorgang vorsehen. Eine kleine Filiale, die in einem Kiosk untergebracht ist, erhält üblicherweise 150,-€ Grundvergütung und 5% Provision. Die Grundvergütungen wurden in den letzten Jahren immer weiter reduziert. Viele Postpartner kommen monatlich noch nicht mal auf 500,- € und sind zudem zu recht großzügigen Öffnungszeiten verpflichtet. (Siehe Artikel im Münchner Merkur).

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Die Post sieht dies wohl anders: „Die vereinbarten Konditionen und Provisionen sind angemessen, marktüblich und berücksichtigen den Verkaufserfolg“ – so ein Postsprecher gegenüber dem Verband der Filialbetreiber.

Die Post selbst sieht die Postschalter, die die postalische Grundversorgung leisten, auch nicht als Einnahmequelle für die Betreiber, sondern als Möglichkeit, den Geschäftsbetrieb im Kernbereich zu fördern. Übersetzt heißt dies, es geht lediglich darum durch die Postfiliale Kunden in den Laden zu bekommen.

So formuliert es jedenfalls die Post in der Präambel ihrer Verträge mit den Postpartnern. (Siehe Artikel Post ausgequetschte Filialen)

Norderney – Post Zukunft

Eine Postfiliale wird es auch in Zukunft auf der Insel geben. Laut Gesetz ist die Post verpflichtet in Orten über 2000 Einwohnern eine postalische Anlaufstelle zu unterhalten. Zur Zeit werden Gespräche mit einem Norderneyer Unternehmer geführt. Falls die Gespräche scheitern wird die Deutsche Post AG wohl oder übel wieder selber tätig werden müssen.

Norderney – Post Vergangenheit

Das markanteste und größte Gebäude in der Norderneyer Innenstadt ist das Postgebäude. Der riesige imposante Bau aus der Gründerzeit war über Jahrzehnte das Dienstleistungszentrum der Post. Der Haupteingang befand sich in der Poststraße / Ecke Jann Berghaus Straße. Allein der Namen der Hauptfußgängerzone läßt auf die Wichtigkeit der Post schließen. In der ehemaligen Eingangshalle befindet sich nun ein Modegeschäft, früher führte dort eine Treppe in die erste Etage. In der ersten Etage ging es links zum Paketschalter und rechts zur Schalterhalle. Viel Betrieb war hier immer.

rossmann-post

Das gesamte Gebäude wurde im Zuge der Privatisierung der Post 2010 verkauft und umgebaut. Heute befinden sich in dem Gebäude mehrere Wohnungen, ein Rossmann-Markt,  drei Modegeschäfte (Textilien) und ein Schuhgeschäft. Im rückwärtigen Teil, dem ehemaligen Posthof, wurde ein Erweiterungsbau für Rossmann errichtet. Die ehemalige Telefonzellenanlage ist ebenfalls schon lange Geschichte……(Siehe Artikel Postgebäude zu verkaufen)