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Natur

15.07.2010
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Unwetter über Ostfriesland

Pressemitteilungen der PI Aurich/Wittmund
vom Montag, den 12.07.2010

Aurich/Norden Wittmund
Unwetter über Ostfriesland

Ein heftiger Sturm, vermutlich eine Windhose, tobte heute Nachmittag über Ostfriesland und die ostfriesischen Inseln. Rettungkräfte sind seit heute Mittag im Dauereinsatz. Zwischen 14.25 Uhr und 14.45 Uhr, zog ein heftiges Unwetter aus Richtung Süd-West über Ihlower und Auricher Ortsteile. Unzählige Bäume knickten um und sorgten für Behinderungen auf fast allen Ausfallstraßen rund um Aurich. Viele Hausdächer wurden teilweise abgedeckt, mehrere Pkw durch umstürzende Bäume beschädigt. Weiter wurde bekannt, dass am Tannenhausener Badesee eine riesige Welle ein Schlauchboot mit 3 Personen unter sich begrub. Bedienstete eines nahegelegenen Lokals konnten die Personen unverletzt aus dem Wasser ziehen. Eine Schadensbilanz kann absehbar noch nicht gezogen werden. Aufräumtrupps der Feuerwehren des THW, der Straßenmeisterei, der Kreisstraßenmeisterei sowie des Bauhofes arbeiten auf Hochtouren. Kurz und heftig brach das Unwetter im Landkreis Aurich aus. Aus Richtung Leer näherte sich der erhebliche Sturm mit Starkregen und Hagelkörnern. Zwischen 10 und 15 Minuten reichten um ein Bild der Verwüstung zu schaffen. Glücklicherweise gab es bis auf dem Festland nach polizeilichen Erkenntnisssen keine Verletzten. Im Bereich Norden wurden überwiegend Bäume entwurzelt. Straßen mussten zum Teil komplett gesperrt werden. Dächer wurden ebenfalls abgedeckt. Was die Ostfriesischen Inseln anbelangt, war Baltrum am Schlimmsten betroffen. Dort wurde im Bereich Westdorf eine regelrechte Schneise geschlagen. Es gibt fast kein Haus, das nicht in irgendeiner  Form in Mitleidenschaft gezogen ist. Eine Person wurde durch umherfliegende Strandkörbe verletzt.Viele Urlauber flüchteten sich vom Strand in die Dünen. Am Sportboothafen kam es zu erheblichen Schäden an der Steganlage und an einigen Booten. Auf Juist kam es zu vollgelaufenen Kellern und Grundstücken. Auch auf Norderney verlief das Unwetter noch recht glimpflich. Zwei Straßen mussten aufgrund eines umgestürzten Baumes und Hochwasser gesperrt werden. Aus Langeoog und Spiekeroog gab es ebenfalls nichts Herausragendes.

Über den Bereich des Landkreises Wittmund, insbesondere in den Bereichen der Samtgemeinden Esens und Holtriem, zog am heutigen Montag, in der Zeit von 14.40 bis 15.10 Uhr ein Unwetter mit Bildung einer Windhose. Dabei kam es neben Stromausfällen und Verkehrsbehinderungen zu erheblichen Sachschäden durch zerstörte Wohnhäuser und Pkw. Erhebliche Personenschäden sind polizeilich bislang nicht gemeldet worden. Der Gesamtschaden dürfte nach ersten Schätzungen mehrere Millionen Euro betragen. Derzeit sind noch diverse Straßen und Wege durch entwurzelte und umgestürzte Bäume blockiert und werden von der Feuerwehr bzw. Straßenmeisterei geräumt. Einige Wohnhäuser – insbesondere ältere Objekte – wurden bis zur Unbewohnbarkeit beschädigt. Ganze Block- und Gartenhäuser wurden durch die Luft geschleudert und zerstört. Im Hafen von Bensersiel wurde ein Pkw angehoben und gegen geparkte  Fahrzeuge gedrückt. Diverse Pkw wurden durch umstürzende Bäume beschädigt. Die Aufräumarbeiten werden noch mehrere Tage andauern. Einige Betroffene befinden sich derzeit im Urlaub, daher stehen entsprechende Schadensmeldungen noch aus. Die Beamten der Wittmunder Polizei rückten in der Zeit von 14.40 Uhr bis 18.00 Uhr zu insgesamt 28 Einsätzen aus. Auf der Hartgaster Straße wurde ein Baum vor ein fahrendes Kfz geschleudert, es blieb bei einem Frontschaden. In Utgast wurde ein Bauernhaus durch einen Einsturz komplett zerstört. Das Dach der Mühle in Holtgast wurde stark beschädigt. Ebenfalls in Holtgast wurde einem Wohnmobil während der Fahrt das Dach abgerissen. Im Hafen von Bensersiel wurde ein geparkter Pkw angehoben und gegen einen anderen Pkw gedrückt. Im Stadtgebiet Esens stürzten mehrere Bäume auf geparkte Pkw und beschädigten diese. Viel Glück hatte ein „Griller“ im Bereich Holtgast: Er schilderte den Beamten, dass er im Garten gegrillt habe, als plötzlich sein großes Gartenblockhaus über ihn hinweg flog und letztendlich zerstört wurde. Insgesamt fielen diverse Gartenhäuser dem Unwetter zum Opfer. Die Zahl der Häuser mit abgedeckten Dächern ist derzeit nicht überschaubar. Großes Glück hatte das Schützenfest Esens: Auch dort wurden mehrere kleine Pavillions beschädigt, jedoch blieben die großen Festzelte, in denen sich zu diesem Zeitpunkt fast 2000 Personen aufhielten unbehelligt.

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