News von Norderney

Natur

21.02.2010
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Kaninchenplage

Wer schon mal auf Norderney zur Dämmerung im Inselosten war, hat es gesehen: Hunderte von Kaninchen ohne jegliche Scheu vor Menschen tummeln sich auf Strassen und Wiesen. Was sich erstmal possierlich anhört, ist für die Insel ein großes Problem. Eine Zählung im April letzten Jahres ergab die stolze Zahl von 31.026 Kaninchen. Dadurch entstehen immense Freßschäden in der Pflanzenwelt, andere Tiere haben kaum eine Chance vor den Tausenden von Graupelzen zu bestehen. Die Norderneyer haben viele Arten der Bekämpfung ausprobiert: Frettchenjagd, kontrolliertes Infizieren mit Myxomatose, Vogeljagd und kontrolliertes Schiessen durch die Norderneyer Jägerschaft – nichts hilft. Die Kaninchen haben die Insel fest im Griff. Selbst auf dem Inselfriedhof wird scharf geschossen, da die Fressschäden dort an den liebevollen und oft auch teuren Grabbepflanzungen von den Hinterbliebenen nicht mehr hingenommen werden. Der harte Winter wird vielleicht dazu führen, dass nicht ganz so viele Nachkommen die Insel kahlfressen. Auf Baltrum gibt es übrigens keine Kaninchenplage und die Insel ist ausgezeichnet worden für die excellente Umsetzung des Regionalfoodgedankes. Vielleicht ist dies auch für Norderney eine Lösung des Problems – geschmorte Kaninchenkeule mit Rosmarinkartoffeln?

 

Wo kommen die Kanninchen her?

Die Frage ist relativ einfach beantwortet: „Auf dem Rücken der Rehe“. Die meisten waren allerdings als Tageskaninchen auf Norderney, die am Abend bei Ebbe auf dem Rücken der Rehe die Insel wieder verließen. Nun denken Sie bestimmt, die Ostfriesen können mir ja viel erzählen. Recht haben Sie – hier nun die (vermutlich) wahre Geschichte:

 

Damit die Landesherren auch auf Norderney ihren Jagdgelüsten nachgehen konnten, wurden etwa im Jahre 1620 die ersten Kaninchen einfach ausgesetzt. Diese vermehrten sich nach Kaninchenart und so konnten die Landesherren nach Lust und Laune drauflos jagen.
Den Inselbewohnern wurde die Jagd allerdings strengstens untersagt. So blieb es den oberen Herren vorbehalten, die Kaninchen zu erlegen. Erst im Jahre 1839 trat eine Änderung ein und dem Kurgast wurde gestattet zu jagen. Für den Inselbewohner hingegen blieb es weiterhin strengstens verboten. Wer sich nicht daran hielt, musste mit einer äußerst strengen Strafe rechnen.
Dieser Bericht wurde auf Blogger veröffentlicht und ist durch die Einstellung des FTP Uploads im April 2010 nun auf unserem WordPress Blog online. Verantwortlich für Text und Inhalt im Sinne des Pressegesetzes ist der Norderney-Zimmerservice, Hans Vollmer, Langestraße 4, 26548 Norderney, Telefon 04932/3371, norderney-zimmerservice@gmx.de
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