von Norderney

13.02.2020
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Insulaner unner sück

Insulaner unner sück Screenshot

Screenshot der Homepage von „Insulaner unner sück“ – mit Countdown.

Norderney, die zweitgrößte der ostfriesischen Inseln, ist vom 6. bis 8. März Gastgeber für die anderen sechs Inseln. Auf Norderney feiern sie in diesem Jahr das 24. „Insulaner unner sück“. Einmal im Jahr sind die Insulaner unter sich – also Plattdeutsch unner sück. Die ehrenamtlichen Kulturschaffenden von Borkum, Juist, Norderney, Baltrum, Langeoog, Spiekeroog und Wangerooge treffen sich, um vor dem Beginn der anstrengenden Saison gemeinsam zu feiern, sich auszutauschen und näher kennenzulernen.

Insulaner unner sück

Die Aktiven des Förderkreises Norderneyer Schulen – hier 2018 auf Juist – sind Hauptorganisatoren des diesjährigen Insulaner unner sück.

„Insulaner unner sück“ – eine große Familie

Sie führen bei „Insulaner unner sück“ den anderen Insulanern vor, was sie in den Wintermonaten einstudiert haben, um die Gäste in der Saison unterhalten zu können. Schulleiter, Feuerwehrleute oder Erzieher planen Treffen am Rande des Festes, um fachspezifische Fragen zu erörtern. Es ist wie in einer großen Familie. Man kennt sich, man achtet sich, man liebt sich – und vor allem hält man zusammen.

Vor 24 Jahre auf Juist erfunden

1997 nahm das Fest seinen Anfang auf Juist. Damals waren es die Heimatvereine, die die Tradition begründeten. Reihum sind alle Inseln an der Reihe, jetzt bereits in vierter Runde. Der Ablauf ähnelt sich, ist aber jedes Jahr neu, denn jede Insel hat ihre Besonderheiten.

Im Mittelpunkt stehen die beiden Abendveranstaltungen mit den Vorführungen der Insulaner. Während in den ersten Jahren vor allem Shanty-Chöre, Theatergruppen und Volkstänzer auftraten, ist das Programm in den Jahren immer vielfältiger geworden. Und das Treffen bleibt nicht in der Vergangenheit hängen: Viele jüngere Akteure – zum Beispiel Marlon’s Room von Borkum (s. Video auf Juist) – sind in den letzten Jahren dazu gekommen und sorgen dafür, dass die Tradition Zukunft hat.

Neben den Vertretern der Heimatvereine, die die Geschichte der Inseln aufrechterhalten, treten Trommelgruppen, Bands verschiedener Musikrichtungen oder Linedancer auf. Beim Platzkonzert musizieren in jedem Jahr die Musikzüge der Freiwilligen Feuerwehr Borkum und Juist gemeinsam. Die Gospelchöre der Inseln – in diesem Jahr von Borkum, Langeoog und Norderney – geben ein Konzert in der Inselkirche.

Viel Arbeit für die Organsiatoren

Die Organisatoren rotieren seit Wochen. Sie blockten Hotel- und Pensionszimmer für die rund 450 Gäste und buchten Restaurants. Das ist nicht einfach in der Zeit, in der manche Hoteliers und Gastronomen wegen der Winterferien geschlossen haben und andere Häuser wiederum schon wieder ausgebucht sind.

Das Orga-Team hat noch viel zu tun: Sie stellen das Programm für die Auftritte und Aktionen, packen Begrüßungstüten mit Norderneyer Andenken. Und sie verkaufen Flaggenbänder aller Inseln, damit möglichst viele Norderneyer ihre Häuser und Geschäfte mit den Flaggen schmücken und so ihre Nachbarn bunt willkommen heißen.

Gospelkonzert ist öffentlich

Die Abendprogramm mit geschlossener Gesellschaft sind im Conversationshaus. Am Samstag werden die Vorführungen nach draußen verlegt: Dann findet das Programm rund um die Feuerwehr statt und ist öffentlich. Ebenfalls öffentlich sind das Konzert der Gospelchöre am Samstagnachmittag und ein plattdeutscher Gottesdienst am Sonntag in der Inselkirche. Dafür basteln die Norderneyer Grundschüler die Dekoration.

Beengt im Conversationshaus

Vor sieben, 14 und 21 Jahren, als Norderney das Fest ausrichtete, war es noch einfacher: Da fanden die Vorführungen im Haus der Insel statt und es gab auch Platz für Gäste. Doch in diesem Jahr steht der Abriss des Haus der Insel an, das Kurtheater steht auch nicht zur Verfügung. So müssen die Insulaner im Conversationshaus zusammenrücken.

Die Bürgermeister der Inseln müssen auch auf die Bühne.

Für die Bürgermeister der sieben Inseln ist das alljährliche Fest eine gute Gelegenheit zum kommunalen Austausch – besonders der Wohnraummangel ist dabei immer wieder ein gemeinsames Thema.

Sieben zum Verlieben

Aber auch die Inselchefs müssen auf die Bühne. Denn der krönende Abschluss des Abendprogramms ist der Bürgermeisterchor mit einem kurzfristig einstudierten Lied. Anschließend übergeben die Ausrichter die Flagge an die Insel, die im nächsten Jahr das Treffen ausrichtet. Und spätestens beim Insellied „Die Sieben zum Verlieben“ liegen sich alle in den Armen.

Mit der Flaggenübergabe an das nächste Orga-Team – hier 2018 auf Juist – endet der offizielle Teil.

Das nächste „Insulaner unner sück“ steht auch bevor: Das Orga-Team Borkum richtet das 25. Treffen aus, im März 2021 sind die Insulaner dann auf der westlichsten Insel wieder unner sück.