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Insidertipps

13.08.2020
Rikscha Marina von Fenner
5,0 bei 3 Bewertungen

Inselfahrten mit der Rikscha

Inselfahrten mit der Rikscha bietet Marina von Fenner seit Anfang August auf Norderney an. Mit ihrem MVF-Mobil, benannt nach ihren Initialen, können Inselgäste und Einwohner Norderney ganz neu erleben.

Rikscha Ria Schäfer und Wilfried Schlegel

Die Norderneyer Ria Schäfer und Wilfried Schlegel haben die Rikscha getestet und die Fahrt sehr genossen.

Während von Fenner hinten strampelt, sitzen die Passagiere bequem und gemütlich. Der Blick ist frei auf die Straßen, auf das Meer, den Strand und die Dünen. Die Fahrgäste selbst bestimmen den Rhythmus und die Strecke. Und so werden die Ausfahrten mit der E-Bike-Rikscha zu ganz individuellen Erlebnissen.

Erleben steht im Vordergrund

Mit ihrem Angebot wendet sich die 53-Jährige vor allem an Menschen, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind. Bei den Inselfahrten mit der Rikscha geht es Marina von Fenner um das Erleben und nicht um die Fortbewegung an sich: „Ich bin kein Transportmedium von A nach B“, betont sie.

Die Fahrgäste sollen den Weg selbst bestimmen. Insulaner, die nicht mehr so mobil sind, können auf diese Weise an Orte kommen, die sie lange nicht gesehen haben. „Man kann alles mit mir machen“, sagt die lebendige Frau mit dem herzlichen Lachen.

Urlaubs-Concierge und Alltagsbegleitung

Die agile Norderneyerin bietet nicht nur die Rikscha-Fahrten an. Als Urlaubs-Concierge kümmert sie sich um die Begleitung von Gästen mit besonderem Hilfebedarf. Auch die Alltagsbegleitung von Insulanern gehört zu ihrem Angebot. Dabei betreut sie Menschen individuell zuhause, so wie sie gebraucht wird. Die zugewandte, warmherzige Frau hilft bei den alltäglichen Arbeiten. Oder sie ist einfach da, hört zu und ist offen für Gespräche. Je nach Bedarf und Wünschen.

Zeit zum Luftholen

Projektunterstützung bei der Planung und Durchführung von gastronomischen Events ist ebenfalls Teil ihres Angebots. „Meine Zeit für Sie ist Ihre Zeit zum Luftholen“, schreibt sie auf ihrem Flyer. Und wo ginge das besser als auf Norderney.

Viele Stationen

Bevor sie die Insel zu ihrer Heimat machte, gab es viele Stationen im Leben von Marina von Fenner. Die energiegeladene Frau erlernte das Hotelfach und schloss ein BWL-Studium an. In ihren Semesterferien arbeitete sie unter anderem beim Reithof Junkmann. So kam sie 2009 nach Norderney. Doch ihr Weg führte sie auch nach Mexiko, wo sie zweieinhalb Jahre für VW als Vorstandsassistentin arbeitete. Dann lebte sie in Wolfsburg. Und sie sattelte noch ein Studium der Kulturwissenschaft oben auf.

Wahlheimat Norderney

Doch es ging ihr wie so vielen: „Norderney hat mich nicht losgelassen. Es sind die Menschen und es ist die Art zu leben“, sagt von Fenner, die in einer kleinen Bauernschaft aufgewachsen ist und die Nähe der Gemeinschaft schätzt. Durch Zufall kam sie auf Norderney an eine Wohnung. Und das verstand von Fenner als Schicksalswink. Noch dazu ist ihr Pferd ein gebürtiger Norderneyer.

Marina von Fenner

Marina von Fenner

Auf der Insel ließ sie sich zur Betreuungskraft fortbilden. Und so ist sie bereits seit einigen Jahren in der Begleitung von Menschen tätig. Unterstützt wird sie bei allen Aktivitäten von ihrem Partner, mit dem sie seit 28 Jahren zusammen ist. Die Vielfalt ihres Lebens kann sie nun in ihrer Selbstständigkeit an die Menschen weitergeben.

Die Rikscha mit der Fahrerin hinten und den Passagieren vorn hat eine Halbautomatik und für die Witterung geeignete Keilriemen. Die Last im Sitz darf maximal 160 Kilo betragen. Das Dach kann je nach Bedarf weggeklappt werden. Und an kälteren Tagen bekommen die Passagiere eine weiche, wasserdichte Decke. Bei Bedarf kann ein Gurt angelegt werden, und der Ein- und Ausstieg wird durch eine herunterklappbare Fußstütze erleichtert.

Die Rikscha fährt kraftunterstützt, wie ein E-Bike, mit maximal 25 Stundenkilometern. Das „MVF-Mobil“ darf sowohl auf den Straßen als auch auf der Promenade genutzt werden.

Von Familientour bis Hochzeits-Fahrt

Die Norderneyer Eheleute Ria Schäfer und Wilfried Schlegel, die als Probe-Passagiere fungierten, sind begeistert von der sehr komfortablen Rundfahrt nach eigenen Wünschen. „Wir waren an Orten, die wir lange nicht gesehen haben.“ Auch für eine Familien-Radtour, bei der die Mobileren mit Rädern mitfahren, ist die Rikscha gut geeignet. Oder auch als Hochzeitsfahrzeug kann man den Service in Anspruch nehmen. Marina von Fenner ist, wie immer in ihrem Leben, offen für alles: „Mal sehen, was sich ergibt.“ Doch egal was kommt, für sie soll es auf Norderney sein.

Schnupperfahrt möglich

Wer ausprobieren möchte, ob sich die Rikscha-Fahrt gut anfühlt, kann eine 20-minütige Schnupperfahrt für 15 Euro buchen. Und wer dann mehr möchte, kann zwischen einer einstündigen Fahrt für 45 Euro oder einer dreistündigen Sightseeing-Tour für 120 Euro wählen. Logo Marina von Fennerr

Marina von Fenner bietet für ihre Rikscha-Fahrten und die Betreuung oder Begleitung Zeitkarten an, die im Viertelstunden-Takt abgerechnet werden. Fünf Stunden kosten 150 Euro, zehn Stunden 250 Euro.