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Norderney Inside

02.07.2021
Otto Schülke
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Heimkehr der „Otto Schülke“

Mehr als drei Jahre mit viel Vorbereitung und Arbeit gingen voraus. Doch jetzt gibt es endlich einen Termin für die Heimkehr der „Otto Schülke“ und der „Johann Fidi“, wie der Museumsverein Otto Schülke stolz verkündet. In vier Wochen heißt es in Hooksiel „Leinen los“ und „langsame Fahrt voraus“ in Richtung Norderney. Am 31. Juli soll der ehemalige Norderneyer Rettungskreuzer in den Inselhafen einlaufen. Die Route führt seeseitig um die ostfriesischen Inseln herum Richtung Dovetief.

31. Juli vor dem Weststrand

Das Schiff wird zwischen 14 und 15 Uhr vor dem Weststrand von Norderney erwartet – Wind und Wetter vorbehalten. Und sicher stehen dort dann schon viele Fotografen bereit. Zumal sich nicht nur der frisch restaurierte Kreuzer auf den Weg macht. Denn geplant ist die Begleitung auf einem Teilstück durch weitere Museumsschiffe.

Fest wird verschoben

Der Verein bedauert, dass ein großes Fest derzeit nicht möglich ist. Und der Vorstand bittet alle Besucher, sich an die aktuellen Corona-Maßnahmen zu halten. Da die geplante Pontonanlage im Hafen noch nicht fertiggestellt ist, kann man auch noch nicht gefahrlos auf den Kreuzer übersteigen. Die Schülke macht erst einmal nahe des Rettungskreuzers „Eugen“  der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) fest. Daher können die Organisatoren bis auf weiteres auch keine Besucher an Bord empfangen.  „Wir hoffen aber, im Frühjahr 2022 mit dem Museumsbetrieb starten zu können.“

Nominiert für den Engagementpreis 2021

Neben der Heimkehr der Otto Schülke und seines Beibootes „Johann Fidi“ hat der Verein noch einen weiteren Grund zu feiern. Im Nachgang zur letztjährigen Auszeichnung mit dem „Niedersachsenpreis für Bürgerengagement“ ist der Verein in diesem Jahr nominiert für den „Deutschen Engagementpreis 2021“.

Vor dem Verwerter gerettet

Das Engagement des Vereinsvorstand ist aber auch wirklich preiswürdig. Es begann mit der Idee, den ehemaligen Seenotrettungskreuzer vor dem Verwerter in Norwegen zu retten. Statt dessen sollte das Schiff, das seit 22 Jahren im Ausland seinen Dienst versah, als Museumsschiff in seinem ehemaligen Heimathafen auf Norderney für die Nachwelt erhalten werden. Doch der amerikanische Eigner verlangte noch eine fünfstellige Summe für das Schiff.
Die Aktiven sprachen viele Unterstützer an. Und schon ein halbes Jahr nach Vereinsgründung waren die nötigen Gelder für den Kauf eingeworben. Voraus gingen viele Aktionen auf Norderney, Werbung in den sozialen Medien und ein Crowdfunding-Projekt.

EU-Förderung

Im Juni 2019 wurde dem Antrag des Vereins auf eine Förderung durch Mittel der Europäischen Union und des Landkreises stattgegeben. Somit war der Aufbau auf Norderney gesichert. Im September 2019 erreichte die „Otto Schülke“ als Decksfracht auf dem Frachter „Deo Volente“ in Bremerhaven wieder Deutsche Gewässer. In der Inselmann-Werft starteten die ersten vorbereitenden Arbeiten.
Museumskonzept
Im Januar 2020 konnte der Vorstand das Museumskonzept vor Vertretern der Stadt, der DGzRS und der Kurverwaltung vorstellen. Dieses Konzept war in Zusammenarbeit mit der Firma „Concept-Culture“ aus Bremen erarbeitet worden.

Techniker schaffen das Unmögliche

Anschließend wurde es pandemiebedingt etwas ruhiger um die Arbeiten am Schiff, so der Bericht des Vereins. „Trotzdem schafften unsere Techniker das Unmögliche.“ Sie brachten Maschinen, Ruderanlage und Elektronik wieder in Gang. Somit konnte im August 2020 der Kreuzer auf eigenem Kiel von Bremerhaven nach Hooksiel verlegt werden, um dort die weiteren Arbeiten durchzuführen.

Guter Allgemeinzustand

Dort sind mittlerweile die Hauptarbeiten abgeschlossen, die „Otto Schülke“ und das Tochterboot „Johann Fidi“ präsentieren sich im neuen Farbanstrich. Und sie warten nur darauf, zu Wasser gelassen zu werden. Ursprünglich sollte beide Schiffe auf der Wiese am Hafen als Museumsschiff stehen. Doch wegen des sehr guten Allgemeinzustandes habe sich der Verein dazu entschlossen, die „Otto Schülke“ als fahrbereites Schiff an einem Liegeplatz im Norderneyer Hafen zu erhalten. Und wenn alles klappt, können ab 2022 Besucher das schwimmende Schmuckstück besichtigen.

 

Beitragsbild: Tim Bäumer