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Norderney Inside

20.01.2022
Gynäkologe
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Gynäkologe dringend gesucht

Mit dem Weggang von Facharzt Dr. Venhoff gibt es nun keine frauenärztliche Versorgung mehr auf Norderney. Der Gynäkologe hatte seit 2014 wöchentlich eine Sprechstunde im Krankenhaus angeboten. Jetzt wird eine Gyäkologin oder ein Gynäkologe dringend gesucht.

Schwierig, aber nicht aussichtslos

Der Geschäftsführer des Norderneyer Krankenhauses, Uwe Peters, und Bürgermeister Frank Ulrichs haben sich der Sache angenommen, so eine Pressemitteilung des Krankenhauses. Die Suche nach einem Ersatz für Dr. Venhoff sei bisher aber ohne Erfolg. „Es wird schwierig, aber es ist nicht aussichtslos“, so der Bürgermeister.

Die ärztliche Versorgung auf der Insel ist eigentlich recht gut. Es gibt Allgemein- und Zahnärzte, das Medizinische Versorgungszentrum und natürlich das Krankenhaus. Die Mediziner sind auf die Insulaner eingestellt und sichern auch die Versorgung der Gäste. Und die Patienten, die nicht auf der Insel behandelt werden können, werden zur Fachärzten aufs Festland überwiesen.

Einige Ärzte kommen regelmäßig auf die Insel und behandeln nach Termin. So wie die Augenärzte aus Leer, die allerdings nicht kassenärztlich abrechnen. Und so wie bis vor kurzem auch der Gynäkologe Venhoff, der in den Räumlichkeiten des Krankenhauses die Sprechstunde abhielt.

Rund 3000 Frauen und Mädchen

Die Krebsvorsorge und somit der Gang zum Frauenarzt gehören für viele Frauen und Mädchen ein bis zweimal im Jahr zur Routine. Diesen rund 3.000 Frauen und Mädchen fehlt nun die frauenärztliche Grundversorgung vor Ort.

Geringe Kapazitäten auf dem Festland

Wie aus Gesprächen mit Frauen zu hören sei, hätten sämtliche Frauenfacharztpraxen auf dem Festland, zumindest die örtlich näher gelegenen, geringe bis keine Kapazitäten für neue Patientinnen.

Nach Ansicht des Insel-Bürgermeisters gebe es eine hohe Nachfrage in der Bevölkerung und damit auch eine wirtschaftliche Grundlage für die Fortführung einer Facharztpraxis. Zudem hielten sich über das Jahr einige hunderttausend Übernachtungsgäste auf der Insel auf. Auch sie würden die Aufrechterhaltung eines solchen Angebotes rechtfertigen.

Eine kleine Katastrophe

„Für die Insulanerinnen wäre der dauerhafte Wegfall dieser wichtigen ärztlichen Grundversorgung schon eine kleine Katastrophe und in der Konsequenz mit einem erheblichen Aufwand durch die erforderlichen Fahrten auf das Festland verbunden“, so der Bürgermeister, laut der Mitteilung.

Auch der Geschäftsführer des Krankenhauses kennt die Problematik, Fachärzte auf die Insel zu bekommen. So sei Peters bereits schon seit längerem auf der Suche nach einem Nachfolger oder Nachfolgerin. „Räumlichkeiten im Krankenhaus können ganz kostengünstig angeboten werden. Außerdem ist teilweise das Equipment vom Vorgänger noch vorhanden“, so Peters.

Das Problem der frauenärztlichen Versorgung gab es bereits 2014 schon einmal, als der damalige Frauenfacharzt Dr. Bomhard seine Praxis auf der Insel aufgab und nach Norden umsiedelte. Nach intensiver Suche hätten damals Peters und Ulrichs Dr. Venhoff für die Insel gewinnen können. So war zumindest einmal pro Woche die frauenärztliche Grundversorgung sichergestellt. Einen Kreißsaal gibt es seit 2013  nicht mehr auf der Insel, sodass die Frauen für Geburten aufs Festland gehen müssen. Und auch eine Hebamme ist nicht mehr vor Ort.

Unbürokratische Unterstützung der Bewerber

Peters und Ulrichs versprechen, dass sie intensiv weitersuchen werden, damit die Insulanerinnen medizinisch gut versorgt sind, heißt es in der Pressemitteilung. Ärzte, die sich für ein Praktizieren auf der Insel interessierten, könnten sich an Uwe Peters oder Frank Ulrichs melden. Beide betonen, dass sie den/die Mediziner/in bei allen verwaltungstechnischen Angelegenheiten unbürokratisch unterstützen.

 

Beitragsbild: Pixabay

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